
MetroCluster macht, was es verspricht – synchrone Spiegelung, automatisches Failover, RPO=0, RTO nahe Null. Dass dafür FC-Infrastruktur zwischen den Standorten, dedizierte ISL-Links, Tiebreaker-Nodes und eine Lizenz fällig werden, die bei vielen Mittelständlern das Jahresbudget der Storage-Abteilung sprengt, steht auf einem anderen Blatt.
Die Frage, die wir in der Praxis häufiger hören: Was brauchen wir wirklich – und was glauben wir nur zu brauchen?
Die meisten Workloads im Mittelstand vertragen einen RPO von wenigen Minuten. Wer ehrlich priorisiert, landet oft bei einer Handvoll VMs, die tatsächlich RPO=0 rechtfertigen – und einem großen Rest, für den asynchrone Replikation im 5- bis 15-Minuten-Intervall völlig ausreicht. Genau hier setzt das Setup an.
Zwei eigenständige Proxmox-VE-Cluster, je einer pro Standort. Jeder Cluster nutzt den lokalen NetApp-Storage via iSCSI mit Multipathing (ALUA, vier Pfade pro LUN, dedizierte iSCSI-VLANs). Zwischen den NetApp-Systemen repliziert SnapMirror die relevanten Volumes – asynchron für den Großteil, synchron (SM-S) für die wenigen Workloads, die RPO=0 tatsächlich brauchen.
Der zentrale Unterschied ist nicht der RPO – SnapMirror Synchronous liefert RPO=0 genauso wie MetroCluster. Der Unterschied ist das Failover-Verhalten: MetroCluster schwenkt automatisch, SnapMirror erfordert einen aktiven Eingriff. Konkret: SnapMirror-Relationship breaken, Destination-Volume mounten, LUNs mappen, VMs am DR-Standort starten. Mit einem getesteten Runbook sind das 5–15 Minuten.
Wer mit dieser RTO leben kann, spart sich die gesamte MetroCluster-Infrastruktur.
Kein MetroCluster heißt: keine FC-Switches zwischen den Standorten, keine dedizierten Backend-Verbindungen, kein Tiebreaker-Setup, keine MetroCluster-Lizenz. SnapMirror ist in den meisten ONTAP-Bundles enthalten. Proxmox VE ersetzt VMware durch ein Open-Source-Modell mit optionalem Enterprise-Support. Die iSCSI-Anbindung läuft über vorhandene Ethernet-Infrastruktur.
In Projekten, die wir so umgesetzt haben, lag die Gesamtersparnis gegenüber MetroCluster mit VMware typischerweise bei 60–75 % der laufenden Lizenz- und Infrastrukturkosten.
iSCSI-Multipathing funktioniert unter Proxmox stabil, wenn das Netzwerk-Design stimmt: dedizierte VLANs, Jumbo Frames durchgängig, kein iSCSI über shared Infrastruktur.
SnapMirror Synchronous verlangt unter 10 ms RTT zwischen den Controllern. Für typische Dual-RZ-Szenarien im Mittelstand (10–30 km) passt das.
Proxmox-HA funktioniert zuverlässig innerhalb eines Standorts. Einen Cluster über zwei RZs strecken empfehlen wir nicht – Corosync ist latenzempfindlich, ein instabiles Quorum ist schlimmer als ein sauberer manueller Schwenk.
DR-Tests quartalsweise, dokumentiert, mit dem ganzen Team. Ein Runbook, das nie unter Stress getestet wurde, ist Wunschdenken.
Diese Architektur ersetzt MetroCluster nicht – sie macht es in vielen Fällen überflüssig. Die Kombination aus Proxmox VE, iSCSI-Multipathing und SnapMirror deckt DR-Anforderungen von RPO=15 min bis RPO=0 ab. Was bleibt, ist ein manueller Failover-Prozess – beherrschbar, testbar, transparent.
Für Umgebungen, in denen automatisches Failover kein hartes Kriterium ist, ist das die wirtschaftlich sinnvollere Architektur.
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