Infrastruktur unter Produktionsbedingungen: Wie Steyr Motors seine Innovationsfähigkeit absicherte

Wenn einzelne Prüfläufe über Wochen laufen, darf eine instabile Speicherplattform nicht zum Risiko für Entwicklungsarbeit werden. Steyr Motors hat die Modernisierung während der laufenden Produktion umgesetzt und dabei jede Messreihe gesichert.

Kunde:

Steyr Motors AG

Branche:

Maschinenbau

Projektlaufzeit:

4 Wochen

Steyr Motors entwickelt Hochleistungsmotoren für anspruchsvolle industrielle und maritime Einsätze. Die Prüfstandsoftware ist das Herzstück der Entwicklungsabteilung: Auf ihr laufen Prüfzyklen, die sich über Tage und Wochen erstrecken. Jede Sekunde Ausfallzeit gefährdet nicht nur die Datenintegrität laufender Prüfungen, sondern verschiebt Entwicklungspläne, blockiert Ingenieure und kostet Vorsprung im Markt. Als die bestehende HP 3Par Speicherinfrastruktur zunehmend instabil wurde, war die Lage eindeutig: Weiterbetreiben bedeutete, das Risiko jeden Tag größer werden zu lassen. Ein klassischer Plattformwechsel mit Wartungsfenster war keine Option, weil es im Prüfbetrieb keine vertretbaren Stillstandszeiten gab.

Herausforderung

Die Aufgabe war keine reine Hardwarefrage. Es ging darum, eine geschäftskritische Plattform unter laufender Produktion auszutauschen, ohne den Kern des Unternehmens, die Motorenentwicklung, zu gefährden.

  • Instabile Plattform mit wachsendem Risiko: Die HP 3Par Umgebung zeigte zunehmend Schwächen. Jeder Tag Weiterbetrieb erhöhte die Wahrscheinlichkeit eines ungeplanten Ausfalls in einem Umfeld, das genau das nicht verträgt.
  • Prüfläufe über Wochen: Ein einzelner Prüfzyklus kann Wochen dauern. Ein Storage-Ausfall mittendrin bedeutet nicht „kurze Unterbrechung", sondern Verlust der gesamten Messreihe und damit Verzögerung des dahinterstehenden Entwicklungsprojekts.
  • Null akzeptable Downtime: Ein klassisches Wartungsfenster war nicht verhandelbar. Die Migration musste vollständig im laufenden Betrieb stattfinden, ohne dass Ingenieure und Prüfstände einen Unterschied bemerken.
  • Strategische statt taktische Entscheidung: Die neue Plattform musste mehr leisten als die alte. Sie sollte die Performance- und Verfügbarkeitsanforderungen der Motorenentwicklung auch für die nächsten Jahre tragen, nicht nur den aktuellen Stand abbilden.
Kundenstimme

„Mit Sysfacts konnten wir unsere Infrastruktur erneuern, ohne auch nur eine Sekunde Ausfallzeit zu haben. Das ist nicht nur technisch beeindruckend. Es bedeutet, dass wir unsere Motorenentwicklung ohne Kompromisse fortsetzen konnten. Genau das haben wir gebraucht."

Alexander Brunner

IT-Leiter

Lösung

Sysfacts hat den Plattformwechsel über vier Wochen geplant und umgesetzt, vom Lagebild über Architektur und Migration bis zur Betriebsübernahme.

  • Lagebild vor Lösung: Statt direkt eine neue Plattform zu beschaffen, hat Sysfacts zunächst die Abhängigkeiten der Prüfstandsoftware analysiert. Welche Workloads sind wirklich kritisch, welche Latenz und welcher Durchsatz werden tatsächlich gebraucht, an welchen Punkten würde ein Ausfall die Entwicklungsprozesse direkt treffen. Diese Klarheit war die Grundlage für jede weitere Entscheidung.
  • Zielarchitektur auf VMware vSAN: Die neue Plattform basiert auf einem VMware vSAN Cluster, ausgelegt auf die spezifischen Performance- und Verfügbarkeitsanforderungen der Prüfstände. Redundanz und Skalierbarkeit sind keine zusätzlichen Optionen, sondern Teil der Grundarchitektur.
  • Migration im laufenden Betrieb: Die Datenmigration von der bestehenden Umgebung auf die neue Plattform erfolgte schrittweise und vollständig parallel zum Prüfbetrieb. Jeder einzelne Migrationsschritt wurde vorab getestet, dokumentiert und mit definierten Rückfallpunkten abgesichert.
  • Kontrollierter Cutover ohne Datenverlust: Der finale Wechsel auf die neue Plattform fand unter voller Kontrolle statt. Die Entwicklungsabteilung hat die Umstellung im Alltag nicht bemerkt. Die Prüfläufe sind weitergelaufen, als wäre nichts geschehen.
  • Betriebsübernahme als bewusste Entscheidung: Nach erfolgreicher Migration hat Steyr Motors entschieden, den Betrieb der neuen Umgebung an Sysfacts zu übergeben. Die interne IT konzentriert sich seitdem auf Aufgaben, die näher an der Wertschöpfung des Unternehmens liegen.

Nutzen

  • Keine Ausfallzeit, keine verlorenen Prüfläufe: Die Modernisierung hat den laufenden Prüfbetrieb zu keinem Zeitpunkt unterbrochen. Geplante Entwicklungsprojekte sind ohne Verzögerung weitergelaufen.
  • Stabile Basis für die Motorenentwicklung: Die neue Plattform ist auf die tatsächlichen Anforderungen der Prüfstandsoftware ausgelegt. Performance und Verfügbarkeit sind nicht mehr begrenzender Faktor in der Produktentwicklung.
  • Time-to-Market gesichert: Für ein Unternehmen, dessen Wettbewerbsfähigkeit von Entwicklungsgeschwindigkeit lebt, ist eine stabile IT kein Komfort, sondern eine Voraussetzung. Diese Voraussetzung ist heute messbar erfüllt.
  • Entlastung der internen IT: Mit der Übernahme des Plattformbetriebs durch Sysfacts kann sich die IT-Abteilung auf strategische Themen konzentrieren, statt operative Risiken einer kritischen Infrastruktur zu tragen.
  • Skalierbare Plattform für die nächsten Jahre: Die Architektur ist so angelegt, dass sie mit Anforderungen wachsen kann. Künftige Prüfstände, zusätzliche Workloads und neue Entwicklungsprojekte lassen sich integrieren, ohne die Plattform jedes Mal neu denken zu müssen.
Lessons Learned

L - 001

Eine instabile Plattform ist ein strategisches Problem, kein technisches. Solange Komponenten noch laufen, sieht das Risiko klein aus. Solange, bis ein ungeplanter Ausfall in einem mehrwöchigen Prüflauf passiert und Entwicklungsarbeit ungeschützt verloren geht. Bei Steyr Motors war die Entscheidung, früh und kontrolliert zu modernisieren, der Punkt, an dem aus einem latenten Risiko ein planbarer Prozess geworden ist.

L - 002

Geschäftskontinuität entscheidet bei Modernisierungen die Architektur, nicht andersherum. Die Frage war nie „welches Storage". Die Frage war: Wie lässt sich diese Plattform tauschen, ohne dass im Prüfbetrieb etwas verloren geht. Erst aus dieser Anforderung ergibt sich, welche Technologie überhaupt in Frage kommt, welche Migrationsstrategie tragfähig ist und welche Schritte vorher abgesichert sein müssen.

L - 003

Ein unterbrechungsfreier Cutover wirkt von außen unspektakulär. Genau das ist das Ergebnis akribischer Vorbereitung. Abhängigkeiten geklärt, Schritte einzeln getestet, Rückfallpunkte definiert, Übergänge geprobt. Bei Steyr Motors hat das interne Team diesen Prozess mit einer Genauigkeit mitgetragen, die bei einem Plattformwechsel unter Last den Unterschied macht zwischen einer kontrollierten Migration und einem ungeplanten Vorfall.

L - 004

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