M&A-ready trotz Insolvenz: IT-Carve-out für den Verkauf von Tochtergesellschaften und Geschäftseinheiten

In der Insolvenz zählt jede Stunde: Betrieb sichern und gleichzeitig verkaufsfähig werden. Sysfacts machte die IT der MEKU-Gruppe carve-out-fähig, trennte Shared Services kontrolliert und hielt den Betrieb stabil – selbst als die Betreibergesellschaft ausfiel und innerhalb weniger Tage ein Rechenzentrumswechsel nötig wurde.

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Client:

MEKU Technologie GmbH

Sector:

Wirtschaft

Project Duration:

18 Monate

Industry:

Automotive

Über den Kunden und die Herausforderung

Kunde: MEKU-Gruppe (Automobilsektor)
Situation: Insolvenzmeldung 2019; mehrere Tochtergesellschaften und eineVerwaltungseinheit waren über eine zentrale IT-Infrastruktur eng verbunden.

  • Shared Services als Deal-Blocker: Kritische Kernkomponenten (u. a. Active Directory, Exchange, Office 365) liefen gemeinsam. Das machte eine Trennung hochriskant und erforderte intensive Planung und Folgenabschätzung.
  • Gemeinsames SAP als zusätzliche Klammer (Carve-out-Kernproblem): Neben den Infrastruktur-Shared-Services existierte ein gemeinsam genutztes SAP als zentraler Prozess- und Datenanker. Dadurch steigen Anforderungen an Berechtigungskonzepte, Datenabgrenzung, Cutover-Planung, Übergabeszenarien und ggf. Transitional Services – typisch für M&A-Carve-outs unter Zeitdruck.
  • Insolvenz als Mehrparteien-Governance: Entscheidungen mussten in einer Lage getroffen werden, in der Zeit, Haftung und Verfügbarkeit der Verantwortlichen kritisch sind. Gleichzeitig war ein hoher Abstimmungsbedarf mit Insolvenzverwaltern, Sachwaltern, Anwälten und Asset Managern erforderlich, damit operative Maßnahmen und Transaktionsanforderungen konsistent bleiben. (Im Projekt bestand fortlaufender Kontakt zu Geschäftsführung und verantwortlichen Anwaltskanzleien.)
  • Betrieb ohne Unterbrechung: Die Produktion lief weiter; Ausfälle mussten vermieden werden.
Kundenstimme

„Sysfacts hat unsere IT in einer komplexen Insolvenzsituation schnell carve-out-fähig gemacht und den Weiterbetrieb jederzeit abgesichert. Dank klarer Planung und sauberer Abstimmung konnten wir Shared Services inklusive SAP kontrolliert trennen und die Einheiten übergabefähig an die Käufer überführen.“

Dr. Joachim Pieper

Geschäftsführer

Lösung / Wie Sysfacts unterstützt hat

Sysfacts agierte als M&A-erprobter IT-Carve-out-Partner: strategisch in der Planung und operativ in der Umsetzung – mit dem Ziel, Deal-Readiness herzustellen und den Betrieb zu stabilisieren.

  • Carve-out-Planung und Stakeholder-Steuerung (Governance)
    • Erstellung eines Entkopplungsplans in Abstimmung mit Geschäftsführung und externen Beratern/Anwälten; kontinuierliche Kommunikation zur Entscheidungsfähigkeit trotz Insolvenzrahmen.
    • Etablierung klarer Entscheidungs- und Freigabepunkte (z. B. Cutover-Fenster, Verantwortlichkeiten, Risikoakzeptanz) zur Transaktionsabsicherung.
  • Risikoreduktion durch belastbare Tests (Transaktionssichere Methodik)
    • Durchführung umfangreicher Testszenarien im Sysfacts-Labor auf Basis von Snapshots der bestehenden Umgebung, um Abhängigkeiten sichtbar zu machen und die Folgen der Entkopplung vorab bewertbar zu machen.
  • Umsetzung der technischen Separation (Engineering + kontrollierter Cutover)
    • Migration der je Gesellschaft zugeordneten Komponenten – von Benutzerkonten über Mailboxen bis hin zu Anwendungen – in dedizierte Active-Directory-Umgebungen.
    • Durchführung außerhalb der Geschäftszeiten, um Auswirkungen auf den laufenden Betrieb in der Krisensituation zu vermeiden.
    • Parallel adressierte Sysfacts die carve-out-typischen Anforderungen aus einem gemeinsamen SAP-Kontext (Berechtigungs- und Zugriffstrennung, Schnittstellen-/Abhängigkeitsmanagement, Cutover-Sequenzierung und Übergabe-Readiness), um Käuferübergaben operativ abzusichern.
  • Krisenintervention: Ausfall der Betreibergesellschaft
    • Als die Betreibergesellschaft der Gesamtumgebung ebenfalls insolvent wurde, verlegte Sysfacts alle verbliebenen Komponenten innerhalb weniger Tage in ein neutrales Rechenzentrum, um Weiterbetrieb und weitere Entkopplung zu gewährleisten.
  • Geordnete Übergabe an Käufer (Deal Execution)
    • Abschluss der Entkopplung nach 18 Monaten; Übergabe der letzten Anwendungen im März 2021 an die Käufer der Geschäftseinheiten.

Transaktionsnutzen: Die IT wurde vom Risiko zum Enabler: betriebssicher, separierbar und übergabefähig – auch bei verschärften Rahmenbedingungen während des laufenden Prozesses.

LESSONS LEARNED

L - 001

Deal-Readiness entsteht aus Governance, nicht aus Technik allein. In Insolvenz- und M&A-Konstellationen entscheidet eine klare, multiparteifähige Abstimmungs- und Freigabelogik (Insolvenzverwalter/Sachwalter/Rechtsberatung/Asset Management) darüber, ob Carve-out-Schritte rechtzeitig und risikoadäquat umgesetzt werden können.

L - 002

Shared Services (inkl. SAP) sind die größten Risiko- und Zeithebel im Carve-out. Je mehr Kernsysteme gemeinsam betrieben werden, desto wichtiger sind belastbare Vorabtests, Abhängigkeitsanalysen und ein sauberer Cutover-Plan, um Produktivität und Datenabgrenzung sicherzustellen.

L - 003

Resilienz ist eine M&A-Kernkompetenz: Pläne müssen „stress-tested“ sein. Wenn sich Rahmenbedingungen während der Umsetzung verschärfen (bis hin zum Ausfall der Betreibergesellschaft), braucht es Partner, die Beratung und Umsetzung aus einer Hand liefern und innerhalb weniger Tage stabilisieren können – ohne den Transaktionspfad zu verlieren.

L - 004