Konzernweite Konsolidierung statt Insel-Projekt: Wie ZWILLING seine globale IT vereinheitlichte

Durch viele Akquisitionen war die IT von ZWILLING über Jahre immer uneinheitlicher geworden. Statt erneut lokal zu optimieren, stellte das Unternehmen auf eine globale Plattform mit klarer zentraler Steuerung um.

Kunde:

ZWILLING J.A. HENCKELS

Branche:

Konsumgüter

Projektlaufzeit:

2 Jahre

ZWILLING ist ein internationales Traditionsunternehmen mit Landesgesellschaften, eigenen Marken und einer IT, die über Jahrzehnte durch Wachstum und Zukäufe entstanden ist. Was lokal jeweils funktional war, war konzernweit gesehen ein Flickenteppich: unterschiedliche Technologien, abweichende Berechtigungsmodelle, divergente Prozesse. In einem Geschäft, das zunehmend von globaler Kollaboration, einheitlichen Daten und schneller Reaktionsfähigkeit lebt, war das nicht mehr nur unschön, sondern ein strategischer Engpass. Eine weitere lokale Optimierung hätte das Problem in die Zukunft verschoben, statt es zu lösen.

Herausforderung

Die Aufgabe ging weit über ein Plattformprojekt hinaus. Sie war zugleich eine Strukturentscheidung über Steuerung, Governance und globale Zusammenarbeit.

  • Fehlende globale Standards: Unterschiedliche Plattformen, Tools und Prozesse je Land verhinderten Skaleneffekte und machten standortübergreifende Zusammenarbeit unnötig aufwändig. Synergien aus Akquisitionen blieben technisch ungehoben.
  • Heterogene Identitäten und Berechtigungen: Benutzerkonten, Berechtigungsmodelle und Zugriffsstrukturen waren über die Landesgesellschaften nicht konsistent. Zentrale Steuerung, Compliance und Sicherheitsfragen ließen sich daraus nicht belastbar ableiten.
  • IT als reaktiver Kostenfaktor: Statt geschäftsnahe Initiativen zu treiben, war die IT mit der Pflege der gewachsenen Landschaft beschäftigt. Neue digitale Prozesse landeten am Ende einer Warteschlange, die das Geschäft nicht mehr akzeptierte.
  • Globale Steuerung ohne globale Plattform: Die Geschäftsführung erwartete integrierte Zusammenarbeit über alle Landesgesellschaften und die saubere Anbindung von Kernsystemen wie SAP. Mit der bestehenden Landschaft war das nicht darstellbar.
Kundenstimme

„Sysfacts hat die globale Konsolidierung bei uns nicht nur umgesetzt, sondern als technischer Projektleiter auch konsequent gesteuert. Mit klarer Methodik, hoher Verbindlichkeit und pragmatischen Lösungen konnten wir die internationale Zusammenarbeit schnell standardisieren."

Björn Kaleck

Global Head of IT

Lösung

Sysfacts hat die technische Projektleitung der globalen Konsolidierung übernommen, mit klarem Mandat über interne Teams und externe Dienstleister hinweg.

  • Zentrale Steuerungsinstanz statt verteilter Verantwortung: Die internationale Umsetzung wurde durch eine zentrale technische Projektleitung gebündelt. Landesgesellschaften, Dienstleister und interne Teams hatten denselben Plan, dieselbe Methodik und dieselbe Verbindlichkeit.
  • Globale Plattform auf Microsoft 365 und Azure: Die neue Architektur basiert auf Microsoft 365 und Azure als zentraler Kollaborationsplattform. Damit ist Zusammenarbeit über alle Standorte hinweg nicht mehr Frage der lokalen Werkzeuge, sondern eines gemeinsamen Standards.
  • Identity-Harmonisierung als Fundament: Benutzerverzeichnisse und Berechtigungsstrukturen wurden konzernweit harmonisiert und in eine hybride Exchange-Online-Infrastruktur überführt. Governance und Sicherheit sind seitdem aus dem System ableitbar, nicht aus Annahmen.
  • Integration der Kernsysteme statt Parallelwelten: Bestehende On-Premises-Systeme wie SAP und produktionsnahe Anwendungen wurden in die neue Plattform integriert. Die globale Konsolidierung hat damit nicht eine zusätzliche Schicht erzeugt, sondern bestehende Systeme angebunden.
  • Quick Wins als Akzeptanzhebel: Maßnahmen mit hohem sichtbaren Nutzen wurden priorisiert. Anwender haben den Wechsel im Alltag früh als Vorteil erlebt, was die Akzeptanz im Konzern getragen hat.

Nutzen

  • Globale Zusammenarbeit auf einer Basis: Mitarbeitende über alle Landesgesellschaften arbeiten heute auf derselben Plattform, mit denselben Werkzeugen und denselben Standards. Reibungsverluste durch Toollandschaften sind weitgehend verschwunden.
  • Governance und Sicherheit deutlich verbessert: Zentrale Identitäten und konsistente Berechtigungen schaffen Transparenz, die vorher technisch nicht möglich war. Audit- und Compliance-Fragen lassen sich aus dem System belegen.
  • Mehr Agilität durch eine moderne Architektur: Die cloudbasierte Plattform skaliert mit dem Geschäft, statt es zu bremsen. Neue Anforderungen lassen sich in Wochen umsetzen, nicht in Quartalen.
  • SAP und Produktion bleiben angebunden: Kernsysteme sind Teil der neuen Plattform geworden, nicht Inseln daneben. Daten und Prozesse fließen, statt zwischen Welten zu pendeln.
  • Plattform für zukünftige Geschäftsmodelle: Die Konsolidierung ist nicht das Ende der Strategie, sondern ihre Grundlage. Digitale Geschäftsmodelle, weitere Internationalisierung und neue Markenstrategien lassen sich auf dieser Basis aufsetzen.
Lessons Learned

L - 001

Globale Projekte scheitern selten an Technologie. Sie scheitern an fehlender Verbindlichkeit zwischen Landesgesellschaften, Dienstleistern und Zentrale. Bei ZWILLING hat eine zentrale technische Projektleitung mit klarer Methodik genau diese Verbindlichkeit hergestellt. Ohne diese Steuerung wäre aus der Konsolidierung ein weiteres lokales Optimierungsprojekt geworden.

L - 002

Identity Management ist kein Hintergrundthema, sondern strategischer Hebel. Wer Identitäten und Berechtigungen über Landesgesellschaften hinweg sauber aufstellt, schafft die Grundlage für Sicherheit, Compliance und für jede weitere Standardisierung. Bei ZWILLING war dieser Schritt nicht der sichtbarste, aber der wirksamste.

L - 003

Akzeptanz entsteht in den ersten Wochen, nicht durch Schulungen am Ende. Wer früh sichtbare Verbesserungen liefert, gewinnt die Nutzer für den Wandel. Bei ZWILLING hat die Priorisierung von Quick Wins dafür gesorgt, dass die Plattform nicht von außen erklärt werden musste, sondern sich im Arbeitsalltag selbst empfohlen hat.

L - 004

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